Funkstille.

Sehr lange Zeit war es still auf dem Blog.

Ich hatte einfach nichts zu sagen. Nichts zu berichten. Nichts zu zeigen.

Und: als ich den Blog vor einiger Zeit eingerichtet habe, habe ich mir Eines fest vorgenommen: ich wollte schauen, wie es läuft und ich wollte vor allem nur dann etwas posten, wenn ich wirklich Lust dazu habe. Wenn es ein Thema gibt, das mir so wichtig ist, mir dafür Zeit zu nehmen. Fotos zu machen, den Text zu schreiben und dies alles dann einzustellen. Niemals wollte ich jeden Tag zwei Posts in die Welt schicken, nur damit regelmäßig etwas veröffentlicht wird und damit spätestens an Tag 5 unsäglich nerven…

Daher war es lange Zeit einfach still. Und heute ist es soweit…. Die Funkstille ist – vorerst – zu Ende.

Heute ist nämlich ein besonderer Tag. Der Tag „danach“!

Gestern bin ich von meinem Mädels-Wochenende mit einer meiner besten und liebsten Freundinnen aus London zurück gekommen und: ich muss darüber einen Blog-Beitrag schreiben! Fotos zeigen!… Denn: es war einfach so schön!

Wie bei einer „richtigen“ Beziehung hat seit ein paar Jahren auch in unserer Freundschaft der Alltag sehr viel Platz eingenommen und sich ziemlich breit gemacht… Wir haben beide ein bzw. zwei Kinder bekommen und dies auch noch recht „ungünstig“ getaktet, sodass eine von uns beiden immer gerade ein kleines Baby hatte… Wenn wir uns treffen, schaffen wir es (an guten Tagen) zwei Minuten am Stück miteinander zu reden, bevor sich irgendjemand etwas übergekippt hat, verbotenerweise auf dem Sofa hüpft oder die Kinder anderweitig unsere Aufmerksamkeit fordern, zum Beispiel, weil sie uns dringend einen gerade gefundenen Popel präsentieren müssen oder ähnlich wichtige Dinge… (jeder, der Kinder hat, weiß natürlich, wovon ich schreibe…)

Um es kurz zu machen: wir waren in London! 2 Tage lang. Wir hatten nichts vor, außer uns treiben zu lassen und möglichst eine wunderbare Zeit zusammen zu haben.

Und was soll ich sagen? Das hat geklappt! Zu 101%.

Ich gebe zu: ich hatte Angst, dass es nicht funktioniert. Dass die Vorfreude so übermächtig groß sein könnte, das wir ihr nicht gerecht werden könnten. Das wir zu bemüht sind, weil es doch beiden so wichtig ist und es dann nett, aber ein bisschen krampfig würde… Nichts von alledem.

Daher kommen jetzt ein paar Tipps für alle die Freundinnen, die die Sehenswürdigkeiten schon kennen und London besuchen, um mal wieder nur Freundinnen zu sein. Nicht Partnerinnen, Mamas, Kolleginnen oder wer auch immer… Sondern Freundinnen.

Übernachten & Tanzen:

Wir waren im Andaz Liverpool Street.

Wahnsinn! Aber ein bisschen bemüht hip, das muss man schon auch zugeben… Eine richtige Rezeption könnte das Hotel zum Beispiel vertragen. Dieser kleine Tisch, um den die Mitarbeiter halb gebückt herum stehen und versuchen, sich im Halbdunkel nicht die Augen zu verderben…;-)… ich weiß nicht…

Aber: die Zimmer sind top, die Betten bequem, die Lage unschlagbar und der Fitnessraum, Moment, der „Health Club“ natürlich…, extrem gut ausgestattet.

Das Frühstück fanden wir im ersten Moment etwas dürftig für ein fünf-Sterne-Hotel (Gott, wie dekadent das klingt…) aber dank der a-la-Carte-Auswahl, die wir erst entdeckten, als wir schon 15 Minuten beim Frühstück saßen, war exquisit: das Haselnuss-Schoko-Quinoa-Porridge mit Beeren zum Beispiel.

Großartig war außerdem, dass wir am Freitagabend für den Zugang zur angeschlossenen „Catch Champagne Bar“ mit DJ nicht am Türsteher vorbei mussten (wäre in Sneakers und Jeans wahrscheinlich nicht gut gelungen…), sondern von innen hinein gehuscht sind, nachdem wir oben im Zimmer schnell alle Tüten und Taschen abgestellt hatten und so tatsächlich auch unerwarteterweise noch dazu kamen, ein bisschen auf einer Tanzfläche zu stehen. Mit einem Fläschchen Cider in der Hand. Sensationell!

Rachael & Co – Maniküre & Pediküre

Die Wettervorhersage war gruselig. Dauerregen und maximal 14 Grad. Zufällig entdeckte ich circa eine Woche vor Abflug auf Instagram die Fotos von Rachael & Co, einem Nagelstudio in Shoreditch. Kurze Frage bei Anke: „hast du Lust, unser Wochenende mit einer Maniküre oder Pediküre zu starten?“ Die Antwort war mir sehr Recht: „Maniküre UND Pediküre, bitte!“

Die Location hat uns allerdings etwas überrascht: das Nagelstudio ist ein Mini-Appartement in einem Bürogebäude mit 4 Tischchen und einem großen Fernseher drin. Waschbecken? Fehlanzeige! Es war nur ein winziges Zimmer ohne Küche/Bad oder ähnlichem „Schnickschnack“. Und ich glaube, wir beide waren trotzdem überglücklich. Maniküre und Pediküre. Dabei lief erst Bridget Jones und danach Notting Hill in Originalfassung auf amazon prime… Hallooo? Kitschiger und klischee-hafter geht es kaum! Aber auch nicht perfekter!

MAC

Die kommenden modischen Highlights sind nichts für uns. Topshop, Next, New Look, Bershka, H&M… wir sind überall und aus noch viel mehr Geschäften kopfschüttelnd und mit leeren Händen wieder raus… „So geht das nicht! Wir wollten doch shoppen?!“… Dann fiel Anke der MAC Store ins Auge und wir fragten, ob wir uns spontan schminken lassen könnten…? Ein 20-Minuten-Slot war frei und meine liebe Anki überließ ihn ganz großzügig mir… 1000 Dank an dieser Stelle noch einmal!

Der Visagist hat mir Wahnsinns-Katzenaugen geschminkt. Voll smokey. Der Hammer!

Ich bin den Rest des Tages mit meinen Funkelaugen durch London geschwebt… Und mit meinem neuen MAC Concealer, Mascara und Lippenstift. Das Ganze bitte 2x 🙂 Anki hat einfach das Gleiche genommen. Sah an ihr nämlich mindestens genauso toll aus… der Lippenstift und alles!

Brixton – Lunch mit Emma

In Brixton war Anki mit Emma verabredet. Die Wiedersehensfreude der beiden war riesig! Und würde Emma nicht in Brixton jobben, um ihr Jahr in Europa zu finanzieren, hätten wir den ganz charmanten und eigenen Stadtteil mit dem bekannten Markt wohl nie kennen gelernt… und: der leckere Crêpe mit belgischer Schokolade und Erdbeeren wäre nicht auf unseren Hüften gelandet :-)… sehr schön war es. Und endlich kenne ich eines der kleinen Mädchen persönlich, von denen mir doch schon sooooo oft erzählt wurde!

Pizza Union – Newcastle University London & winebar „vagabond“

Um zu verstehen, was uns dieser Zufall bedeutet, muss man wissen: vor über 10 Jahren haben wir ein Auslandssemester in Newcastle zusammen verbracht und dort gemeinsam gewohnt. Mittags haben wir oft bei „Pizza Union“ auf dem Campus gegessen. Und wie wir am Freitagabend um den Spitalfields Market herum laufen, führt uns das Schicksal doch tatsächlich zur „Newcastle University London“, die eine Filiale der „Pizza Union“ beherbergt. Klar haben wir dort gegessen! Danach waren wir ein, zwei Gläschen Wein trinken bei „vagabond“- einer kleinen Weinbar mit über 100 Sorten Wein in Selbstbedienung mit einer vorher aufgeladenen Chipkarte… sehr witziges Geschäftsmodell!

…Um den Beitrag nicht überlang werden zu lassen, möchte ich noch einmal kurz zum Thema „Funkstille“ kommen. Wir haben an diesem Wochenende tatsächlich manchmal ganz kurze Momente „Funkstille“ gehabt. Weil wir gar nicht fassen konnten, dass wir ungebremst miteinander reden, lachen, tanzen, bummeln und schweigen können. Ganz, wie wir wollen. Herrlich!

Die wichtigsten Menschen sind ohnehin die, mit denen man es sehr gut aushält, in völliger Stille zusammen zu sitzen… Aber es nicht lange tut, weil es doch so viel zu erzählen und zu bequatschen gibt. Und endlich mal Zeit dafür ist.

Bis zum nächsten Mal! Es war ein Fest mit dir!

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